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Schlüsselbegriffe der NMS Unterrichtsentwicklung (Lerndesign) | Kernideen und Fragen zur Reflexion


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N

Norm

Elfriede Binder

In der Entwicklungsarbeit der Neuen Mittelschule wird ausgehend von den Kernideen, dass Schule Differenz produziert und jede/r anders anders ist, großes Augenmerk auf die Frage gerichtet, an welchen bewussten und auch unbewussten Normen sich Lehrpersonen orientieren, wenn sie ihre Schüler/innen als Menschen in bestimmte Kategorien einordnen und deren Lernprozesse und Lernprodukte bewerten.

Mecheril und Arens sprechen davon, dass sich die Schule an Mittelmäßigkeit orientiert und vom Durchschnittsschüler ausgegangen wird, den es in Wirklichkeit nicht gibt.
( Mecheril, P. & Arens, S. (2010): Schule – Vielfalt – Gerechtigkeit. In: Lernende Schule. 1/2010, 9-11.)

Die Reflexion des eigenen Leistungsbeurteilungsalltags fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, in welchem Ausmaß Individualnorm, Sozialnorm und Sachnorm eine Rolle spielen.

Die Individualnorm ist personenbezogen und berücksichtigt die individuellen Lernfortschritte von Schüler/innen. Sie gilt nur für bestimmte Fächer, etwa wie Bewegung und Sport.

Die Sozialnorm ist gruppenbezogen und führt zu einer Normalverteilung der Noten, weil in der Leistungsbeurteilung die besten und schlechtesten Ergebnisse der Gruppe als Maßstab für die Bewertung genommen werden, anstatt festgelegter Kriterien, anhand derer die Qualität eines Lernproduktes gemessen wird.

Sozialnorm ist bei der Beurteilung nicht nur heikel, sondern gesetzeswidrig, die Messung der Leistung von Schüler/innen an der Durchschnittsleistung einer Gruppe ist explizit untersagt, aber trotzdem gelebte Praxis.

Die Sachnorm orientiert die Beurteilung an leistungsbezogenen Kriterien.

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