NMS inhaltlich


Schlüsselbegriffe der NMS Unterrichtsentwicklung (Lerndesign) | Kernideen und Fragen zur Reflexion


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Gute Schule - Praxis nach dem NMS-Konzept

Die neue Lehr- und Lernkultur an der NMS

(siehe Gute Schule. Neue Mittelschule. S.41f)

 

Das pädagogische Konzept ändert die Lehramtstätigkeit radikal.

In der Neuen Mittelschule kommen inhaltliche und methodische, aber auch strukturelle Änderungen für die Sekundarstufe 1 zum Tragen. Die Aufhebung der Leistungsgruppen und das pädagogische Konzept in der NMS-Lehrplanverordnung sind umfassend und führen zu einer radikalen Änderung der Lehramtstätigkeit und des professionellen Selbstverständnisses der Lehrperson.

Durch die Erkennung der eigenen Wirksamkeit wird der Lehrperson die Verantwortung für

die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler bewusst. Gleichzeitig wird eine tiefgreifende Transformation in der Denkweise jeder Lehrperson verlangt, von Selektionsdenken hin zur Erfolgsorientierung. Die NMS stellt daher eine große Herausforderung für jede einzelne Lehrperson dar.

 

Teamteaching ändert die Dynamik im Unterricht.

In der NMS unterrichten in den Fächern Mathematik, Deutsch und lebende Fremdsprache teilweise zwei oder mehrere Lehrpersonen gemeinsam in einer Klasse. Teamteaching ist eine Organisationsform, bei der maximale pädagogische Ressourcen zugunsten des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden. Die inhaltliche und methodische Vorbereitung und Planung des Unterrichts, der Unterricht selbst, die Nachbereitung des Unterrichtsgeschehens und die Beurteilung werden im Team geleistet. Dadurch wird ermöglicht, dass sich Lehrpersonen intensiver um die Bedürfnisse einzelner Kinder kümmern. Sie profitieren aber auch von den Erfahrungen zweier Lehrpersonen, die

· sich Aufgabenbereiche oder Gruppen flexibel teilen,

· den Unterricht in wechselnden Rollen leiten oder unterstützen,

· Lehr- und Lernprozesse bedarfsgerecht differenzieren,

· Lernende durch verschiedene Organisationsformen besser betreuen können,

· häufiger Unterrichtsphasen durchführen, die ein selbstständiges und selbsttätiges Lernen

fördern.

Durch gelungenes Teamteaching werden Lernchancen erhöht, Lernmöglichkeiten erweitert und Leistung gesteigert –auch für die Lehrpersonen. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Zugänge und Ansätze sind der Nährboden für ein vielfältiges methodisches Vorgehen. Zugleich werden die einzelnen Lehrkräfte durch die Zusammenarbeit entlastet, aber auch stärker in ihren didaktischen Gewohnheiten und Verhaltensweisen kollegial supervidiert.

 

Lerndesign „vom Ende her“ orientiert sich am Verstehen und nachhaltigen Kompetenzaufbau.

„Lerndesign“ ist ein zentraler Begriff in der Neuen Mittelschule, nicht nur, weil er Namensgeber für eine neue Rolle im System ist, sondern vor allem deswegen, weil er eine wesentliche Lehrer/innenkompetenz im Zeitalter der Kompetenzorientierung darstellt. Statt Unterricht auf Basis der Vergangenheit zu gestalten gilt es, Inhalte und Ziele von der Zukunft her zu denken und zuerst das Ende (den Prüfstand) zu definieren. Die Schulwirksamkeitsforschung zeigt, dass diese Klarheit zu besseren Lernergebnissen führt.

 

Flexible Differenzierung spricht Vorerfahrung, Interessen und Lernpräferenzen der Lernenden an.

Gute Schule kann nur dann gelingen, wenn auf die Besonderheiten aller Schülerinnen und Schüler eingegangen werden kann, daher zeichnet sich die Neue Mittelschule durch flexible Differenzierung aus. Das bedeutet, dass Kinder nicht mehr in Leistungsgruppen eingeteilt werden, sondern in heterogenen Gruppen gemeinsam lernen.

 

Transparente, aussagekräftige und gerechte Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilung hat sich nicht nur formell geändert, indem die Gesetzgebung vorsieht, ab der 7. Schulstufe Leistungsergebnisse in Mathematik, Deutsch und der ersten lebenden Fremdsprache nach den Gesichtspunkten grundlegender und vertiefter Allgemeinbildung zu beurteilen. Das primäre Ziel der Praxisentwicklung ist es‚ Transparenz, Aussagekraft und Gerechtigkeit bei der Beurteilung zu sichern – ein Ziel, das nicht nur für die Neue Mittelschule gelten soll.

Die NMS-Lehrplanverordnung verlangt für die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts eine Orientierung am Zielbild. Lehr- und Lernprozesse werden „vom Ende her“ gestaltet, indem von Anfang an allen Beteiligten klare Lernziele, Kompetenzaufgaben und Kriterien bekannt sind. Anhand von Beurteilungsrastern wird beschrieben, welche Anforderungen die Schülerinnen und Schüler am Ende einer Lernphase erfüllen sollen.

 

Vertiefte und grundlegende Allgemeinbildung.

Ab der 7. Schulstufe wird in den differenzierten Pflichtgegenständen Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik eine 7-teilige Notenskala verwendet. Die Beurteilung nach dem Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung entspricht der Beurteilung an der AHS-Unterstufe und wird im Zeugnis mit dem Zusatz „vertiefte Allgemeinbildung“ ausgewiesen. Ist eine Leistung nach den Minimalanforderungen vertiefter Allgemeinbildung nicht mehr positiv, wird sie nach den Minimalanforderungen für grundlegende Allgemeinbildung beurteilt. Ziel ist es, den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben und ihre Stärken, Begabungen und Talente längerfristig zu beobachten. Es gibt daher keine Einteilung der Schülerinnen und Schüler in Leistungsgruppen. Wird bei einer Prüfung eine Note im grundlegenden Bereich ermittelt, kann die Note bei der nächsten Prüfung selbstverständlich im Bereich der vertieften Allgemeinbildung liegen. Bei der Ermittlung der Note für die Schulnachricht bzw. das Jahreszeugnis ist vor allem der aktuelle Stand von Kompetenzfeststellungen von Gewicht.

 

Die Ergänzende Differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL) fokussiert auf

Stärken.

Die Ergänzende Differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL) wurde mit der NMS Gesetzgebung eingeführt. Dabei sieht die Rechtslage vor, dass zusätzlich zum Jahreszeugnis eine schriftliche Beschreibung der Leistungsstärken der Schülerin, des Schülers auszustellen ist. Die EDL kann als zusätzliche Information für Schülerinnen/Schüler, Eltern/Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen/Lehrer, weiterführende Schulen sowie zukünftige Arbeitgeberinnen/Abeitgeber verstanden werden. Darüber hinaus wird im Schulorganisationsgesetz festgelegt, dass die EDL bei Klassenkonferenzen u.a. zur Entscheidungsfindung und -begründung bei Fragen des Übertritts in weiterführende Schulen herangezogen werden soll. Als Beilage zum Jahreszeugnis hat die EDL einen offiziellen Charakter und ist bundesweit verpflichtend.

 

Das KEL-Gespräch fördert Kommunikation und Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Das KEL-Gespräch101 ist ein durch Schülerinnen und Schüler gesteuertes Gespräch, das mit der Selbstpräsentation der Schülerin, der Schülerin beginnt. Die Selbstpräsentation beinhaltet neben einem Rückblick auf das, was die Schülerin, der Schüler fachlich und persönlich dazu gelernt hat, was besonders gut gelungen ist, was entdeckt und verstanden wurde (Errungenschaften, Erfolge, Erkenntnisse) auch einen Blick in die Zukunft, bei dem die Schülerin, der Schüler ein besonderes Vorhaben oder Ziel für die nächste Zukunft formuliert.

Die Erwachsenen sind aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer und schildern anschließend welche Wirkung die Selbstpräsentation auf sie hat. In der letzten Phase des Gespräches treffen die Beteiligten gemeinsam eine Vereinbarung hinsichtlich des besonderen Vorhabens bzw. der Ziele der Schülerin, des Schülers.

 

Die neue soziale Architektur an NMS lebt von Teacher Leadership.

Komplexen Herausforderung – wie z.B. die Umsetzung des pädagogischen Konzepts der NMS – können unmöglich von einer Person alleine bewältigt werden. Die Schulleiterinnen und Schulleiter benötigen dazu die Ressourcen aller1. Jede, Jeder übernimmt der Anforderung entsprechend Führungsaufgaben: Lernende Schulen leben shared leadership.

Kennzeichnend für „shared leadership“ ist die geteilte Verantwortungsübernahme für das Lernen der Schülerinnen und Schüler. Teilen setzt jedoch ein Gegenüber voraus: Lerndesignerinnen und Lerndesigner übernehmen für die – für gute Schule zentralen – Aspekte der Unterrichtsgestaltung und des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler als „teacher leaders“ Verantwortung. Gerade weil sie mit beiden Füßen in der Praxis stehen, verfügen teacher leaders über Wissen und Weisheit, die für schuleigene Qualitätsentwicklung essentiell sind. Sie haben hohe Expertise in ihrer Profession entwickelt und sind gleichzeitig nah an den Schülerinnen und Schülern dran.

Solche wirksamen, engagierten Lehrpersonen, die in der Klasse verwurzelt sind und aus dem

Unterricht heraus arbeiten, sind besondere Ressourcen für die Praxisentwicklung am eigenen Standort.


Reflexionsfragen für die eigene Praxis

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Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen

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Was ist gemeint und worum geht es?

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Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen

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