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Schlüsselbegriffe der NMS Unterrichtsentwicklung (Lerndesign) | Kernideen und Fragen zur Reflexion


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DIVERSITÄT

Differenz und Diversität: Reflexionsfragen für die eigene Praxis

 

Reflexionsfragen für die eigene Praxis

  • Wie verhalte mich gegenüber Unterschiedlichkeit? Wie schaue ich auf Unterschiedlichkeiten? Wie differenzfähig bin ich?
  • These: Angenommen, dass Schule Differenz produziert, die zunächst nicht da war, welche Differenzen wollen wir entstehen lassen? Welche nicht?
  • Von welchen Normen und Normalitätsvorstellungen gehe ich in meiner pädagogischen Arbeit aus?
  • Welches Idealbild, welche Vorstellungen eines Schülers/einer Schülerin habe ich vor Augen?
  • Welche Werthaltungen vertrete ich persönlich und inwieweit beeinflussen meine Vorstellungen davon, was richtig/falsch, gut/schlecht, normal/abnormal ist, meinen Blick auf SchülerInnen und KollegInnen?
  • Wie gehe ich damit um, dass die Schule selbst Differenz produziert? Was ist meine Rolle darin?
  • Wie stehe ich zur Diversität? Wie schaffe ich es, mit der "unmöglichen Pluralität" umzugehen, um das Potential darin auszuschöpfen?
  • Mit welcher Brille schaue ich auf meine SchüelrInnen/KollegInnnen/den Schulleiter/die Schulleiterin/die Eltern?
  • Wie schaue ich auf Unterschiedlichkeiten?
  • Wie schauen wir auf Unterschiedlichkeiten?
  • Welche Attraktivität hat Differenz für uns und wie gehen wir damit in Anbetracht der Tatsache um, dass Schule Differenz produziert?
  • Ist Differenz für uns in eine Bedrohung?
  • Orientieren wir uns am Durchschnittsschüler?
  • Gibt es einen Durchschnittsschüler?
  • Was ist meine Norm?
  • Woran orientiere ich mich?
  • Wie verhalte mich gegenüber Unterschiedlichkeit? Wie schaue ich auf Unterschiedlichkeiten? Wie differenzfähig bin ich?
  • Von welchen Normen und Normalitätsvorstellungen gehe ich in meiner pädagogischen Arbeit aus?
  • Welches Idealbild, welche Vorstellungen eines Schülers/einer Schülerin habe ich vor Augen?
  • Welche Werthaltungen vertrete ich persönlich und inwieweit beeinflussen meine Vorstellungen davon, was richtig/falsch, gut/schlecht, normal/abnormal ist, meinen Blick auf Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen?
  • Wie gehe ich damit um, dass die Schule selbst Differenz produziert? Was ist meine Rolle darin?
  • Wie stehe ich zur Diversität? Wie schaffe ich es, mit der "unmöglichen Pluralität" umzugehen, um das Potential darin auszuschöpfen?

 

 Was ist gemeint und worum geht es?

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 Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen zu Differenz und Diversität

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Diversität: Was ist gemeint und worum geht es?

 

"Jede/r ist anders anders!"

… ist die Kernidee der NMS-Unterrichtsentwicklung im Bereich Diversität.

Aus dieser Kernideen heraus wird der Interventionscharakter von Schule und das Spannungsfeld zwischen Individualität und Bildungszielen bewusst.

Unser gemeinsamer Nenner ist die Unterschiedlichkeit (Jede/r ist anders anders!), die durch unsere Individualität erzeugt wird. Das System Schule geht allerdings von der Vorstellung eines Durchschnittsschüler/einer Durchschnittsschülerin aus, den/die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Diese Vorstellung kann blind machen und birgt die Gefahr in sich, dass sich Schule und somit auch der Unterricht aus Kompromissgründen an Mittelmäßigkeit orientiert.

Diversität gehört zum Inklusionsdiskurs. Während im Heterogenitätsdiskurs die unweigerliche Pluralität der Gesellschaft problematisiert wird (ich muss mit Heterogenität "umgehen", weil sie "im Weg" ist), steht Diversität für eine andere Haltung: in der Pluralität steckt Potential, das ausgeschöpft werden kann und soll. Dazu gehören eine bestimmte Betrachtungsweise und eine geschulte Wahrnehmung.

Statt Menschen nach vereinfachten, binären Kategorien von Unterschieden wahrzunehmen (etwa wie männlich-weiblich, bildungsnah-bildungsfern, usw.), erkennen wir die Komplexität des Einzelnen an (z.B. sie wächst am Bauernhof auf, spricht zu Hause Dialekt, verwendet Hochdeutsch als Bildungssprache, ist geisteswissenschaftlich orientiert, liest gern, mag Schule, arbeitet am Hof jeden Tag mit, ist das älteste Kind der Familie, singt in der Musikkapelle, leidet an einer Verletzung der Wirbelsäule).

Der Fachbegriff für diese Komplexität ist "Intersektionalität". Er deutet auf die Überschneidungen von binären Kategorien in der Biographie, die eine Person ausmacht.

Im Bereich der Differenz & Diversität geht es um die pädagogische Fähigkeit, die Rolle von Differenz in einer Schulgemeinschaft sowie die Rolle des eigenen Unterrichts bei der Differenzbildung zu erkennen, um diese bewusst zu gestalten.

Daher erfordert ein differenzsensibler Unterricht die Anerkennung von Unterschieden, aber auch den Blick dafür, welche Differenzen Schule und Unterricht produziert und welche nicht.

Zu diesem Themenfeld gehören u.a. Biographiearbeit, Wahrnehmungsschulung und bewusster Umgang mit Machtverhältnissen im System.

 

Weitere Kernideen zu Differenz und Diversität:

  • Schule macht aus einem Kind einen Schüler/eine Schülerin. (vgl. Lippitz)
  • Gleichbehandlung positioniert Ungleichheit, gleichwertige Behandlung ermöglicht Chancen. (vgl. Güngör)
  • Diversität ist Normalität.

 

VERTIEFUNG:

Ein zentrales Thema in der Mittelschule ist „academic diversity“. Damit sind die Unterschiede beim Lernen gemeint, welche aus entwicklungspsychologischer Sicht in dieser Altersgruppe besonders vielfältig sind:

„It can be argued that the middle-grade years constitute the greatest learner variability of any segment in school. Dissimilar rates of growth are a defining element of middle school. Students of the same age vary tremendously in intellectual development, as they do in physical, emotional, and moral development.

Schools that aspire to be successful in educating young adolescents must vigorously attend to their varying needs, interests, and readiness levels.” (Carol Ann Tomlinson & Caroline Cunningham Eidson, zitiert von der National Middle School Association, aus Differentiation in Practice, A resource guide for differentiating curriculum, Grades 5-9, 1995.)

 

Video zu Differenz und Diversität

Video zu Differenzierung nach Vorwissen, Interessen und Lernprofilen

Video zu Differenzierung der Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und des Lernumfeldes

 

Reflexionsfragen für die eigene Praxis 

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Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen zu Differenz und Diversität

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FLEXIBLE DIFFERENZIERUNG

Botschaften der Flexiblen Differenzierung

 

Die Botschaften der Flexiblen Differenzierung(von Tanja Westfall-Greiter nach Carol Ann Tomlinson)Elfriede Binder

  • Wir haben wichtige Arbeit zu tun.
  • Es ist mir wichtig, dass alle verstehen, warum diese Arbeit wichtig ist.
  • Jede/r von uns wird diese wesentlichen Ziele erreichen.
  • Während wir individuell neue Erkenntnisse gewinnen, unser Wissen erweitern, neue Fertigkeiten entwickeln, müssen wir uns auch als Gemeinschaft weiter entwickeln.
  • Wir haben Vieles gemeinsam.
  • Wir haben unterschiedliche Erfahrungen, Begabungen, Perspektiven, Kulturen, Gewohnheiten, Eigenschaften und Vorlieben.
  • Wegen dieser Unterschiede werden wir alle unsere Ziele unterschiedlich angehen. Dafür gibt es unterschiedliche Zeitpläne und unterschiedliche Unterstützungssysteme.
  • Es ist meine Aufgabe, euch die notwendige Ermutigung und Unterstützung zu geben.
  • Die Ziele sind nicht verhandelbar, die Prozesse aber schon.
  • Ich werde die Ziele im Blick haben.
  • Wir brauchen Zusammenarbeit und Rückmeldung um sicher zu stellen, dass alle die Ziele erreichen.
  • Ich werde unseren Fortschritt kontinuierlich kontrollieren, euch die Ergebnisse mitteilen und sie verwenden, um euch besser individuell und als Gruppe zu begleiten.
  • Ich brauche eure Perspektiven, um von euch zu lernen. Ich höre zu, ich schaue hin.

Carol Ann Tomlinson

Elfriede Binder

Carol Ann Tomlinson ist Lehrerin, Universitätsprofessorin, Buchautorin und Differenzierungsexpertin aus den USA, deren Einstellung zu Differenzierung im Unterricht in folgendem Zitat auf den Punkt gebracht werden kann:

“Differentiated instruction is a way of thinking about the classroom with the dual goal of honoring each student’s learning needs and maximizing each student’s learning capacity.” (C.A. Tomlinson, Caroline Cunningham Eidson, Differentiation in Practice, A resource guide for differentiating curriculum, Grades 5-9, 3).

Carol Ann Tomlinson arbeitet seit vielen Jahren mit LehrerInnen in den Vereinigten Staaten und im Ausland, die ihren Unterricht in zunehmendem Maße für Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen ansprechend und zielführend gestalten möchten.

Die Unterrichtsentwicklung der Neuen Mittelschule basiert auf Carol Ann Tomlinsons Differenzierungsmodell und setzt es unter dem Begriff „Flexible Differenzierung“ um.

Carol ist Autorin und Co-Autorin von über 200 Büchern, Buchkapiteln, Artikeln und Unterrichtsmaterialien für den differenzierten Unterricht.

  • „How to differentiate instruction in mixed ability classrooms“
  • “The differentiated Classroom: Responding to the needs of all learners”
  • “Fulfilling the promise of the Differentiated Classroom”
  • “Differentiation in Practice, Grades K-5”
  • “Differentiation in Practice, Grades 5-9”
  • “Differentiation in Practice, Grade 9-12”
  • “Integrating Differentiated Instruction and Understanding by Design: Connecting Content and Kids”, Carol Ann Tomlinson und Jay McTighe
  • “The Differentiated School: Making Revolutionary Changes in Teaching and Learning”, Carol Ann Tomlinson, Kay Brimijoin und Lane Narvaez

VERTIEFUNG:


Differenzierung

Elfriede Binder

Differenzierung ist das Erkennen von Differenzen in einer Lerngemeinschaft, das zu einer Berücksichtigung der Unterschiedlichkeiten der Lernenden durch eine entsprechende Unterrichtsgestaltung führt.

Differenzierung ist vielmehr eine Philosophie oder Haltung (differenzsensibel unterrichten) als eine Unterrichtsstrategie oder eine Programmatik.

Die flexible (innere) Differenzierung der Neuen Mittelschule lebt vom Prinzip permanent wechselnder Gruppierung von Lernenden, die in der Praxis zu einer starken, inklusiven Lernumgebung für alle führt.

Dabei berücksichtigt die Lehrperson die Bereitschaft, Interessen und Lernprofile der Lernenden, um die Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und das Lernumfeld für die Lernenden zu optimieren, damit sie bestmögliche Lernchancen haben.

Transparente Beurteilungskriterien, hoher Anspruch, kontinuierliche Lernstandserhebungen und respektvolle, authentische Aufgaben sind Merkmale dieser Praxis.

In der NMS-Entwicklungsarbeit wird mit dem Differenzierungsmodell der Differenzierungsexpertin, Lehrerin und Autorin Carol Ann Tomlinson gearbeitet.


Flexible Differenzierung: Reflexionsfragen für die eigene Praxis

Reflexionsfragen für die eigene Praxis

  • Was ist fair?

  • Bin ich mir klar darüber, was meine Schüler/innen in ihrem „Rucksack“ mit in die Schule bringen?

  • Wie gehe ich mit „Mitbringseln“ meiner SchülerInnen um, die ich nicht beeinflussen kann?

  • Wie gehe ich mit Tatsachen um, die ich nicht ändern kann?

  • „Bejammere“ ich Tatsachen, die ich nicht ändern kann, oder versuche ich, etwas damit zu machen?

  • Kann ich meinen Unterricht mit Blick auf das große Ziel und im Bewusstsein der Unterschiedlichkeit meiner Schüler/innen proaktiv gestalten?

  • Kann ich im Unterricht flexibel agieren, um meine Schüler/innen auf dem Weg zum Ziel bestmöglich zu unterstützen?

  • Wie kann ich herausfinden, welche Interessen meine Schüler/innen haben?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, mir Klarheit über die unterschiedlichen Vorerfahrungen und das unterschiedliche Vorwissen meiner Schüler/innen in Bezug auf einen neuen Lerninhalt zu verschaffen?
  • Weiß ich über die unterschiedlichen Lernprofile meiner Schüler/innen Bescheid?

  • Kann ich mehrere Lernwege anbieten, um den Lernpräferenzen aller meiner Schüler/innen gerecht zu werden?

  • Kann ich Unterrichtsinhalte so anbieten, dass ich den unterschiedlichen Vorerfahrungen und dem unterschiedlichen Vorwissen, den unterschiedlichen Lernprofilen und den unterschiedlichen Interessen meiner Schüler/innen gerecht werden?

  • Kann ich meinen Schüler/innen mehrere Möglichkeiten anbieten , damit sie zeigen können, was sie gelernt haben bzw. zu leisten imstande sind?

  • Wie Augenmerk habe ich auf das Lernumfeld? Trage ich Sorge dafür, dass sich meine Schüler/innen in der Schule wohlfühlen?

  • Welche Maßnahmen setze ich, damit sich aus einer Gruppe von Schüler/innen eine produktive Lerngemeinschaft entwickeln kann, in der sich jede/r willkommen und angenommen fühlt?

  • Wie gestalte ich das Klassenzimmer? Ist es optimal für „bewegten Unterricht“, in dem die Schüler/innen in immer wieder wechselnden Gruppierungen arbeiten und lernen? 

 

Was ist gemeint und worum geht es?

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 Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen zur Flexiblen Differenzierung

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Flexible Differenzierung: Was ist gemeint und worum geht es?

 

Erfolg = hoher Anspruch + bedarfsgerechte Förderung

Differenzierung ist das Erkennen von Differenzen in einer Lerngemeinschaft, das zu einer Berücksichtigung der Unterschiedlichkeiten der Lernenden durch eine entsprechende Unterrichtsgestaltung führt. Die flexible (innere) Differenzierung der Neuen Mittelschule lebt vom Prinzip permanent wechselnder Gruppierung von Lernenden, die in der Praxis zu einer starken, inklusiven Lernumgebung für alle führt. Es geht hier um "academic diversity", d.h. die Unterschiede, die für den schulischen Erfolg relevant sind:

  • Was ist relevant für den schulischen Erfolg?
  •  Was bringen Schülerinnen und Schüler idealtypisch in ihrem Rucksack mit?
  • Was brauchen Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Lehrertasche, um proaktiv und produktiv mit academic diversity umzugehen?

Dabei berücksichtigt die Lehrperson das Vorwissen, die Interessen und die Lernprofile der Lernenden, um die Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und das Lernumfeld für die Lernenden zu optimieren, damit sie bestmögliche Lernchancen haben. Differenzierungsmaßnahmen werden nicht nach dem Gießenkannenprinzip, d.h. möglichst viel öglichst oft, sondern strategisch eingesetzt. Um eine Differenzierungsstrategie zu bestimmen, braucht die Lehrperson aktuelle Informationen über den Lernstarnd der Schüler/innen. (siehe "Formative Leistungsbeurteilung")

Transparente Beurteilungskriterien, hoher Anspruch, kontinuierliche Lernstandserhebungen und respektvolle, authentische Aufgaben sind Merkmale dieser Praxis.

In der NMS-Entwicklungsarbeit wird mit dem Differenzierungsmodell der Differenzierungsexpertin, Lehrerin und Autorin Carol Ann Tomlinson gearbeitet. In diesem Modell – welches keine Programmatik, sondern ein heuristisches Instrument für Überlegungen ist, die zu einem wirksamen Unterricht hinsichtlich der Lernergebnisse der SchülerInnen führen- werden die fachliche Bereitschaft (Vorwissen und Vorerfahrung) der SchülerInnen in Bezug auf einen bestimmten Lerninhalt zu einer bestimmten Zeit, ihre Interessen und Lernprofile berücksichtigt, um Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und das Lernumfeld so gestalten zu können, dass allen SchülerInnen maximaler Lernerfolg ermöglicht wird.

 

 

Schülerfaktoren berücksichtigen

Differenzierung nach Interessen bewirkt eine höhere Motivation von SchülerInnen.

Differenzierung nach Lernprofilen führt zu größtmöglicher Effizienz im Lernen.

Differenzierung nach Lernbereitschaft ermöglicht Lernzuwachs.

Zitate von Carol Ann Tomlinson:

“Differentiating instruction is not an instructional strategy or a teaching model. It’s a way of thinking about teaching and learning that advocates beginning where individuals are rather than with a prescribed plan of action, which ignores student readiness, interest, and learing profile. It is a way of thinking that challenges how educators typically envision assessment, teaching, learning, classroom rules, use of time, and curriculum.” (The Differentiated Classroom, 108).

“A young teacher working hard to implement a differentiated classroom recently reflected, ’Differentiated instruction isn’t a strategy. It’s a way of thinking all you do when you teach and all that the kids do when they learn.’ Not only is she correct, but her insight offers important guidance. Instead of first focusing on what to do in the classroom, it’s wisest to focus on how to think about teaching and learning.” (The Differentiated Classroom, 96)

 

Weitere Kernideen zur flexiblen Differenzierung:

  • Wir lernen unterschiedlich.
  • Wir haben unterschiedliche Interessen.
  • Wir bringen unterschiedliche Erfahrungen, Konzepte, Kompetenzen und Vorwissen mit uns.
  • Nach dem Motto "one size does not fit all" erkennen wir die unterschiedlichen Bedürfnissen in den drei Bereichen Bereitschaft, Interessen und Lernprofile und gehen proaktiv auf sie ein.
  • Viele Wege führen zum Ziel.
  • Gleichbehandlung ist nicht gerecht.
  • Gleichwertige Behandlung sichert Chancengerechtigkeit.
  • Jedes Kind will in der Schule seinen Platz finden.
  • Der Unterricht wird proaktiv und rückwärts vom großen Ziel gestaltet, um flexibel agieren und die Schüler/innen auf dem Weg zum Ziel bestmöglich unterstützen zu können.

 

Video zur Flexiblen Differenzierung

Video: Unterrichtsentwicklung der NMS, Flexible Differenzierung, Lernbereitschaft, Lernprofil, Interesse

Differenzierung der Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und des Lernumfelds

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Reflexionsfragen für die eigene Praxis

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Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen zur Flexiblen Differenzierung

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Mythen der Flexiblen Differenzierung

Elfriede Binder

  • Differenzierung ist nur für SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen.
  • Differenzierung ist etwas Zusätzliches, das wir machen, wenn wir Zeit haben.
  • Differenzierung = Kuschelpädagogik.
  • Differenzierung ist konträr zu den Bildungsstandards.
  • Differenzierung ist ein Methodenset, mit dem wir unterrichten können.
  • Differenzierung = Bildung von homogenen Gruppen innerhalb der Klasse.
  • Differenzierung = Individualisierung
  • Differenzierung = mehr für die einen, weniger für die anderen.

Personalisierung und Individualisierung

Elfriede Binder

In der NMS bezeichnet Personalisierung die Grundkategorie von Erziehung und Bildung des
einzelnen Menschen, die über Prozesse des personalisierbaren Lernens wirksam wird.

Lernen ist das Persönlichste auf der Welt, weshalb die Urheberschaft für das Lernen und die Steuerung der Lernprozesse für die persönliche Entwicklung bei der einzelnen Person liegt.

Der Unterschied zwischen Personalisierung und Individualisierung liegt in dieser Urheberschaft:

während die Lehrperson bei der Individualisierung Lerninhalte und Lernprozesse für das Kind maßgeschneidert vorbereitet und anbietet (der Individualisierungsbegriff enthält auch ein pädagogisches Plädoyer, jedes Kind wahrzunehmen und anzuerkennen), wird Personalisierung unweigerlich vom Kind gemacht.

Je offener und differenzfähiger der Unterricht, desto höher wird die Personalisierbarkeit.

VERTIEFUNG:


GUTE SCHULE - PRAXIS NACH DEM NMS-KONZEPT

Gute Schule - Praxis nach dem NMS-Konzept

Die neue Lehr- und Lernkultur an der NMS

(siehe Gute Schule. Neue Mittelschule. S.41f)

 

Das pädagogische Konzept ändert die Lehramtstätigkeit radikal.

In der Neuen Mittelschule kommen inhaltliche und methodische, aber auch strukturelle Änderungen für die Sekundarstufe 1 zum Tragen. Die Aufhebung der Leistungsgruppen und das pädagogische Konzept in der NMS-Lehrplanverordnung sind umfassend und führen zu einer radikalen Änderung der Lehramtstätigkeit und des professionellen Selbstverständnisses der Lehrperson.

Durch die Erkennung der eigenen Wirksamkeit wird der Lehrperson die Verantwortung für

die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler bewusst. Gleichzeitig wird eine tiefgreifende Transformation in der Denkweise jeder Lehrperson verlangt, von Selektionsdenken hin zur Erfolgsorientierung. Die NMS stellt daher eine große Herausforderung für jede einzelne Lehrperson dar.

 

Teamteaching ändert die Dynamik im Unterricht.

In der NMS unterrichten in den Fächern Mathematik, Deutsch und lebende Fremdsprache teilweise zwei oder mehrere Lehrpersonen gemeinsam in einer Klasse. Teamteaching ist eine Organisationsform, bei der maximale pädagogische Ressourcen zugunsten des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden. Die inhaltliche und methodische Vorbereitung und Planung des Unterrichts, der Unterricht selbst, die Nachbereitung des Unterrichtsgeschehens und die Beurteilung werden im Team geleistet. Dadurch wird ermöglicht, dass sich Lehrpersonen intensiver um die Bedürfnisse einzelner Kinder kümmern. Sie profitieren aber auch von den Erfahrungen zweier Lehrpersonen, die

· sich Aufgabenbereiche oder Gruppen flexibel teilen,

· den Unterricht in wechselnden Rollen leiten oder unterstützen,

· Lehr- und Lernprozesse bedarfsgerecht differenzieren,

· Lernende durch verschiedene Organisationsformen besser betreuen können,

· häufiger Unterrichtsphasen durchführen, die ein selbstständiges und selbsttätiges Lernen

fördern.

Durch gelungenes Teamteaching werden Lernchancen erhöht, Lernmöglichkeiten erweitert und Leistung gesteigert –auch für die Lehrpersonen. Die unterschiedlichen Erfahrungen, Zugänge und Ansätze sind der Nährboden für ein vielfältiges methodisches Vorgehen. Zugleich werden die einzelnen Lehrkräfte durch die Zusammenarbeit entlastet, aber auch stärker in ihren didaktischen Gewohnheiten und Verhaltensweisen kollegial supervidiert.

 

Lerndesign „vom Ende her“ orientiert sich am Verstehen und nachhaltigen Kompetenzaufbau.

„Lerndesign“ ist ein zentraler Begriff in der Neuen Mittelschule, nicht nur, weil er Namensgeber für eine neue Rolle im System ist, sondern vor allem deswegen, weil er eine wesentliche Lehrer/innenkompetenz im Zeitalter der Kompetenzorientierung darstellt. Statt Unterricht auf Basis der Vergangenheit zu gestalten gilt es, Inhalte und Ziele von der Zukunft her zu denken und zuerst das Ende (den Prüfstand) zu definieren. Die Schulwirksamkeitsforschung zeigt, dass diese Klarheit zu besseren Lernergebnissen führt.

 

Flexible Differenzierung spricht Vorerfahrung, Interessen und Lernpräferenzen der Lernenden an.

Gute Schule kann nur dann gelingen, wenn auf die Besonderheiten aller Schülerinnen und Schüler eingegangen werden kann, daher zeichnet sich die Neue Mittelschule durch flexible Differenzierung aus. Das bedeutet, dass Kinder nicht mehr in Leistungsgruppen eingeteilt werden, sondern in heterogenen Gruppen gemeinsam lernen.

 

Transparente, aussagekräftige und gerechte Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilung hat sich nicht nur formell geändert, indem die Gesetzgebung vorsieht, ab der 7. Schulstufe Leistungsergebnisse in Mathematik, Deutsch und der ersten lebenden Fremdsprache nach den Gesichtspunkten grundlegender und vertiefter Allgemeinbildung zu beurteilen. Das primäre Ziel der Praxisentwicklung ist es‚ Transparenz, Aussagekraft und Gerechtigkeit bei der Beurteilung zu sichern – ein Ziel, das nicht nur für die Neue Mittelschule gelten soll.

Die NMS-Lehrplanverordnung verlangt für die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts eine Orientierung am Zielbild. Lehr- und Lernprozesse werden „vom Ende her“ gestaltet, indem von Anfang an allen Beteiligten klare Lernziele, Kompetenzaufgaben und Kriterien bekannt sind. Anhand von Beurteilungsrastern wird beschrieben, welche Anforderungen die Schülerinnen und Schüler am Ende einer Lernphase erfüllen sollen.

 

Vertiefte und grundlegende Allgemeinbildung.

Ab der 7. Schulstufe wird in den differenzierten Pflichtgegenständen Deutsch, Lebende Fremdsprache und Mathematik eine 7-teilige Notenskala verwendet. Die Beurteilung nach dem Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung entspricht der Beurteilung an der AHS-Unterstufe und wird im Zeugnis mit dem Zusatz „vertiefte Allgemeinbildung“ ausgewiesen. Ist eine Leistung nach den Minimalanforderungen vertiefter Allgemeinbildung nicht mehr positiv, wird sie nach den Minimalanforderungen für grundlegende Allgemeinbildung beurteilt. Ziel ist es, den Kindern Zeit für ihre Entwicklung zu geben und ihre Stärken, Begabungen und Talente längerfristig zu beobachten. Es gibt daher keine Einteilung der Schülerinnen und Schüler in Leistungsgruppen. Wird bei einer Prüfung eine Note im grundlegenden Bereich ermittelt, kann die Note bei der nächsten Prüfung selbstverständlich im Bereich der vertieften Allgemeinbildung liegen. Bei der Ermittlung der Note für die Schulnachricht bzw. das Jahreszeugnis ist vor allem der aktuelle Stand von Kompetenzfeststellungen von Gewicht.

 

Die Ergänzende Differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL) fokussiert auf

Stärken.

Die Ergänzende Differenzierende Leistungsbeschreibung (EDL) wurde mit der NMS Gesetzgebung eingeführt. Dabei sieht die Rechtslage vor, dass zusätzlich zum Jahreszeugnis eine schriftliche Beschreibung der Leistungsstärken der Schülerin, des Schülers auszustellen ist. Die EDL kann als zusätzliche Information für Schülerinnen/Schüler, Eltern/Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen/Lehrer, weiterführende Schulen sowie zukünftige Arbeitgeberinnen/Abeitgeber verstanden werden. Darüber hinaus wird im Schulorganisationsgesetz festgelegt, dass die EDL bei Klassenkonferenzen u.a. zur Entscheidungsfindung und -begründung bei Fragen des Übertritts in weiterführende Schulen herangezogen werden soll. Als Beilage zum Jahreszeugnis hat die EDL einen offiziellen Charakter und ist bundesweit verpflichtend.

 

Das KEL-Gespräch fördert Kommunikation und Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Das KEL-Gespräch101 ist ein durch Schülerinnen und Schüler gesteuertes Gespräch, das mit der Selbstpräsentation der Schülerin, der Schülerin beginnt. Die Selbstpräsentation beinhaltet neben einem Rückblick auf das, was die Schülerin, der Schüler fachlich und persönlich dazu gelernt hat, was besonders gut gelungen ist, was entdeckt und verstanden wurde (Errungenschaften, Erfolge, Erkenntnisse) auch einen Blick in die Zukunft, bei dem die Schülerin, der Schüler ein besonderes Vorhaben oder Ziel für die nächste Zukunft formuliert.

Die Erwachsenen sind aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer und schildern anschließend welche Wirkung die Selbstpräsentation auf sie hat. In der letzten Phase des Gespräches treffen die Beteiligten gemeinsam eine Vereinbarung hinsichtlich des besonderen Vorhabens bzw. der Ziele der Schülerin, des Schülers.

 

Die neue soziale Architektur an NMS lebt von Teacher Leadership.

Komplexen Herausforderung – wie z.B. die Umsetzung des pädagogischen Konzepts der NMS – können unmöglich von einer Person alleine bewältigt werden. Die Schulleiterinnen und Schulleiter benötigen dazu die Ressourcen aller1. Jede, Jeder übernimmt der Anforderung entsprechend Führungsaufgaben: Lernende Schulen leben shared leadership.

Kennzeichnend für „shared leadership“ ist die geteilte Verantwortungsübernahme für das Lernen der Schülerinnen und Schüler. Teilen setzt jedoch ein Gegenüber voraus: Lerndesignerinnen und Lerndesigner übernehmen für die – für gute Schule zentralen – Aspekte der Unterrichtsgestaltung und des Lernerfolgs der Schülerinnen und Schüler als „teacher leaders“ Verantwortung. Gerade weil sie mit beiden Füßen in der Praxis stehen, verfügen teacher leaders über Wissen und Weisheit, die für schuleigene Qualitätsentwicklung essentiell sind. Sie haben hohe Expertise in ihrer Profession entwickelt und sind gleichzeitig nah an den Schülerinnen und Schülern dran.

Solche wirksamen, engagierten Lehrpersonen, die in der Klasse verwurzelt sind und aus dem

Unterricht heraus arbeiten, sind besondere Ressourcen für die Praxisentwicklung am eigenen Standort.


Reflexionsfragen für die eigene Praxis

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Unterlagen - Verstehen/ Tun können/ Wissen

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