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Gute Schule. Neue Mittelschule!

 
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Gute Schule. Neue Mittelschule!
von Andrea Werner-Thaler - Samstag, 4. Juli 2015, 05:22
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was für ein Jahr! Erst - und gerade! - im Blick zurück wird deutlich, wie viel sich heuer ereignet hat und was alles geschafft (und geschaffen) wurde!

2014/15 im Rückspiegel und ganz verdichtet: Da ist vor allem einmal Ihre und Ihre und deine und deine … und deine Arbeit auch zu nennen! Tagtägliches Lernen und Zusammensein mit den Kindern. Schulentwicklung mit Kolleginnen und Kollegen. Ringen um Verständnis und Bewegung. Aha-Momente und Augenblicke der Frustration. Freude über Gelungenes, Gelerntes, Überraschendes, Geschenktes. Leistungen, Stolpersteine, Scheitern. Wachstum. Eine unglaubliche Fülle, die man gar nicht in allen Einzelheiten in den Blick bekommen kann, die sich aber - gerade im jetzt zu Ende gehenden Schuljahr - in einigen besonderen Ergebnissen verdichtet und gezeigt hat. Besondere Ergebnisse, die in Wirklichkeit alle tausende und abertausende Arbeitsstunden von tausenden Menschen in den NMS und darüber hinaus beinhalten.

Mit Spannung haben wir die NMS-Evaluation erwartet; die Ergebnisse stehen öffentlich seit Anfang März zur Verfügung. Zur Erinnerung hier nochmals das Wichtigste:

  • Je vollständiger das pädagogische Konzept der NMS umgesetzt wird, desto stärker fallen die Leistungssteigerungen aus.
  • Allerdings bestehen bei der Umsetzung des pädagogischen Konzepts der Neuen Mittelschule große Unterschiede zwischen den Standorten.
  • Schulklima und Lernkultur verbessern sich durch die Einführung der NMS deutlich.
  • Das Problem der sozialen Selektion von Schülerinnen und Schülern nach der vierten Schulstufe bleibt aber weiterhin bestehen.

NMS “wirkt” also, wenn man darauf achtet, dass “drinnen” ist, was “draußen” draufsteht. So könnte man - ganz, ganz kurz - dieses im Grunde sehr erfreuliche Ergebnis zusammenfassen: das genaugenommen ein Teilergebnis ist: Untersucht wurden ja Schulen der NMS-Generationen 1 und 2.

Woran zeigt sich also, dass NMS “drinnen” ist, wenn NMS “draufsteht”? Diese Frage führt gleich zum nächsten bemerkenswerten Ergebnis des Schuljahres 2014/15: Mit dem NMS School Walkthrough liegt ein kriteriengeleitetes Werkzeug für die Schulentwicklung vor, das sich genau dieser Frage widmet. Die österreichische APS-Schulaufsicht spricht sich uni sono für die Verwendung dieser Hilfe aus, die die Schulen auf allen Ebenen dabei unterstützt, Schritt für Schritt die Zielbilder im “Haus der NMS”, aber auch hinsichtlich digitaler Kompetenzen, Genderkompetenz und Geschlechtergerechtigkeit sowie kultureller Bildung zu erreichen. Eine Handreichung bietet Hintergrundinformationen sowie Impulse für den konkreten Einsatz des Werkzeugs.

Stichwort Handreichung: Mit der Publikation Gute Schule. Neue Mittelschule. Grundlagen für einen förderlichen Impuls. ist ein weiterer, bemerkenswerter Text entstanden. Alle Länder der Welt sind derzeit mit zukunftsorientierter Schulreform beschäftigt. Eine Schule, die noch auf Basis von Strukturen, Prozessen und Paradigmen des 19. Jahrhunderts operiert, kann dieser Zukunft und ihrem Bildungsauftrag nicht mehr gerecht werden. Ein professioneller, sachlicher Diskurs verlangt ein fachlich fundiertes Niveau. Die in der Publikation dargestellten Themen sind dementsprechend mit aktueller Literatur und soliden Forschungsergebnissen untermauert. Auf diesem Fundament bauen wir die Neue Mittelschule auf.

Zum Fundament der NMS-Entwicklungsarbeit gehört wesentlich der virtuelle Raum und die hier eingesetzten digitalen Medien und Werkzeuge. www.NMSvernetzung.at hat sich zu einer Vorzeigeplattform im gesamten deutschsprachigen Raum entwickelt. Der “digitale Schulentwicklungs-Werkzeugkoffer” in der NMS ist groß: Online-PLGs, Online-Lernatelier für Lerndesigner/innen, 5-Minuten-für, digi.komp8, die NMS-Bibliothek und und und … Und die in Zusammenarbeit mit dem Onlinecampus Virtuelle PH angebotenen eLectures tragen viel dazu bei, direkt und authentisch alle interessierten Lehrpersonen live-online über wesentliche Inhalte der NMS-Entwicklung zu informieren. In letzter Zeit mehren sich übrigens die Fälle, in denen Pädagoginnen und Pädagogen eLectures (zB im Rahmen einer Konferenz) nach Bedarf des jeweiligen Schulteams “on demand” bestellen und nützen. Wenn man so will: “pedagogical public viewing” zwinkernd

Was wird die nächste Zeit, das nächste Schuljahr 2015/16 bringen? Vieles ist naturgemäß nicht absehbar, aber einige Fixpunkte aus NMS-Sicht stehen fest:

  • Zunächst einmal vier NMS-Symposien für Schulleiter/innen und Lerndesigner/innen der NMS-Generationen 1 bis 5.: auf.tanken – dran.bleiben – weiter.denken
  • Ab kommenden Herbst machen sich die letzten Hauptschulen mit den jeweiligen ersten Klassen als NMS-Generation 8 auf den Veränderungs- und Entwicklungsweg.
  • Der von vielen gewünschte flexiblere Einsatz der 6 zusätzlichen Wochenstunden ist ab kommenden Schuljahr Realität. Die zusätzlichen Lehrpersonenstunden können auch in Pflichtgegenständen im (schulautonomen) Schwerpunktbereich eingesetzt werden.
  • Im Herbst werden neue BIFIE-Studien vorliegen, die die Teamarbeit an neuen Mittelschulen und die Umsetzung des digi.komp8-Konzepts (Kein Kind ohne digitale Kompetenzen!) begleiten. Soviel darf schon vorweggenommen werden: Es besteht Grund zur Freude auch über die in diesen Bereichen geleistete Arbeit.
  • Und es wird ein Jahr werden, wo letztlich durch Ihre engagierte Arbeit mit den Kindern Schule gut - und immer wieder ein Stückchen besser - gelingen wird.

Insbesondere Ferien wird die nächste Zeit bringen! Ab heute im Osten und ab Freitag in einer Woche in ganz Österreich werden Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler ihre wohlverdiente “Auszeit” nehmen. Mit Stimmen von Schülerinnen und Schülern zur NMS möchten wir uns auch in den Sommer verabschieden. Denn um diese jungen Menschen geht’s letztlich immer, wo und was auch immer wir zum Gelingen der NMS beitragen:

In meiner bisherigen NMS-Schulzeit habe ich jetzt viel mehr dazugelernt und dass ich jetzt viel besser bin als in der Volksschule, das wundert mich sehr. (Christoph)

Ich finde es gut, dass unsere Schule zur NMS wurde, weil wir jetzt die Lernzeit haben und wir daher nicht so viel daheim machen müssen obwohl es sich bei manchen trotzdem nicht ausgeht, den WOP rechtzeitig abzugeben. (Lisa) 

Manchmal lerne ich auch gern, aber manchmal mag ich es gar nicht. Aber ich lerne brav weiter und kämpfe um meine Zukunft. (Marija)

Ich möchte in eine höhere Schule gehen, denn ich möchte irgendwann einmal Medizin studieren. (Emira)

Eine schulische Besonderheit ist für mich, dass man sich Leistungen verbessern kann. Wenn ich etwa bei einer Lernzielkontrolle als Beurteilung nur „gering“ erreiche, kann ich durch nochmaliges Lernen des Stoffes das Lernziel verbessern. (Dominik)

Also, meine bisherige NMS-Schulzeit hab ich als sehr gut empfunden. Ich habe neue Freunde kennengelernt, die mir jetzt sehr wichtig geworden sind. Klar, gab es manchmal Probleme, aber die haben wir schnell gelöst und ich habe von Anfang an immer wieder etwas Neues dazugelernt, nicht nur beim Schulstoff. (Adna)

 

Wir freuen uns schon auf die gemeinsame Weiterarbeit und das gemeinsame Weiterlernen im kommenden Schuljahr!

Andrea Werner-Thaler, NMS-Projektleitung
Thomas Nárosy, NMS-E-Learning
Christoph Hofbauer & Tanja Westfall-Greiter, ZLS