Salon für Schulleitung: FÜNF MINUTEN FÜR ...

5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS

 
Nutzerbild Julia Jäger
5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS
von Julia Jäger - Mittwoch, 18. Februar 2015, 10:24
 

5 Minuten für ...

NMS-Schulleitungs-Newsletter No. 35 (18. Feb. 2015)

Liebe Schulleiterinnen und Schulleiter,

Grundsätzliches zur NMS

Reformen im Bildungsbereich lösen unweigerlich breite Diskussionen über Vor- und Nachteile der getroffenen Maßnahmen aus. Nicht nur im professionellen Nahbereich der Schule, auch im außerschulischen Kontext wird in Leserbriefen, diversen Onlineforen oder an Stammtischen das Für und Wider der NMS-Reformen thematisiert und diskutiert. Als Schulleiter/in oder Lehrperson findet man sich dabei immer wieder in Situationen, in denen eine Stellungnahme vonseiten der Professionistinnen und Professionisten notwendig und gefragt ist. Mit dieser Ausgabe von 5Mf möchten wir Sie mit faktenunterlegten Argumenten dabei unterstützen, im Bedarfsfall zur Versachlichung einer teilweise emotional bzw. ideologisch geführten Debatte beizutragen.

Den NMS-Schulleitungs-Newsletter No. 35 "5mf... Grundsätzliches" vom 18.2. 2015 finden Sie hier zum Download

Nutzerbild Wolfgang Welser
Re: 5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS
von Wolfgang Welser - Mittwoch, 18. Februar 2015, 13:47
 

geschätzte frau kollegin (???keine ahnung ob sie lehrerin sind oder nicht???) jäger! woher beziehen sie diesen schwachsinn, den sie hier wiedergeben? oder stehen sie in keiner klasse, wo von spf-kindern bis zu hochbegabten, wenn auch mit zwei lehrern, die auch nicht überall vorhanden sind, alles drinnen ist? die nivellierung geht eindeutig nach unten, da die schüler in dieser vielfalt nicht zu unterrichten sind in einer klasse! und kommen sie mir jetzt nicht mit differenzierung! wo, wie, wann,...., in welchen räumen??? zählt leistung in österreich nichts mehr? und von wegen langfristige bildungsinvestitionen!? es ändert sich in jeder legislaturperiode sowieso alles mehrmals! außerdem ein derart teures system einzuführen ohne evaluierung ist schon allein strafbar! die nms steht auf einem gut fundierten pädagogischen konzept, da muss ich aber nach meinen mittlerweile 37 dienstjahren und 16 leiterjahren nur lachen! wir holpern von einer peinlichkeit zur anderen, da möchte ich von der beurteilung gar nicht reden! erklären sie eltern einmal ein 4g oder .....ähnliches? als letztes noch ein wort zur inklusion! das ist ja wohl der größte schwachsinn, alle schüler verschiedenster begabung in eine schule zu pressen! nach der schulkarriere wird auch leistung verlangt und keine streicheleinheiten! gruß aus gars wolfgang welsertrauriggemischt

Nutzerbild Tanja Westfall-Greiter
Re: 5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS
von Tanja Westfall-Greiter - Mittwoch, 18. Februar 2015, 15:21
 

S.g. Herr Dir. Welser!

im Namen des Teams am Zentrum für lernende Schulen bedanken wir uns für Ihren leidenschaftlichen, schnellen Eintrag zur aktuellen Ausgabe von 5MF. Wir gehen gerne auf Ihre Themen ein, bitten gleichzeitig um kollegialen und professionellen Ton, da wir im Gegensatz zu Foren bei Online-Zeitungen die Beiträge auf der NMS Plattform NICHT zensieren.

Frau Jäger ist übrigens engagierte Mitarbeiterin der Virtuellen PH und darf als "Botschafterin" nicht für die Botschaft verantwortlich gemacht werden.

Nun zu Ihren Punkte:

 Ad: „Leistungsspektrum“

Die Empire widerlegt Ihrer Vorstellung: Seit über 20 Jahre belegen Studien, dass das tatsächliche (d.h. extern gemessene) Leistungsspektrum in HS- und AHS-Klassen weitgehend überlappend ist. Es ist immer schon da gewesen, auch wenn nicht wahrgenommen. Einige Beispiele: 1995 lagen erstmals externe Leistungsmessungen aus Mathematik und Naturwissenschaften vor (TIMSS) vor. Diese zeigten, dass es sehr große Überschneidungen der Leistungen zwischen den Leistungsgruppen (auch zwischen 1. und 3. Leistungsgruppe) gab. Manche 2. Leistungsgruppen hatten sogar einen höheren Leistungsdurchschnitt als AHS-Klassen!

Die aktuellsten Ergebnisse von Leistungsmessungen kommen von der Vorarlberger Studie (2014). Am auffälligsten sind folgende Erkenntnisse:

  • Nur 4% der Schüler bzw. 5% der Schülerinnen an AHS-Standorten erreichen bessere Leistungen in Deutsch bzw. Mathematik als die Schülerinnen und Schüler an NMS-Standorten.
  • Ca. die Hälfte der Schülerinnen und Schüler ohne AHS-Reife erbringt Leistungen in Deutsch und Mathe, die dem Leistungsspektrum der Schülerinnen und Schüler an AHS-Standorte entsprechen.

Quelle: Böheim-Galehr, G., & Engleitner, J. (Hrsg.) (2014). Schule der 10- bis 14-Jährigen in Vorarlberg. Entwicklungen, Bildungshaltungen und Bildungserwartungen. Projektbericht Band 1. Innsbruck: StudienVerlag

Dass die NMS als Schule für alle das gesamte Spektrum der Gesellschaft widerspiegelt ist klar, allerdings sind die Unterschiede vielmehr Vorstellungen als Faktum.

Ad: „Nivellierung nach unten“

Gerade als Schulleiter in Niederösterreich müssten die aktuellsten Ergebnisse aus der NOESIS-Studie Ihnen bekannt sein, u.a.:

  • Das Wohlbefinden der Schüler/innen bleibt über 4 Jahre aufrecht. Normalerweise kommen Schüler/innen in die Schule begeistert und diese Begeisterung baut sich sukzessiv ab, aber an der NMS gelingt es, dass diese Begeisterung für die Schule aufrecht bleibt. Das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Schüler/innen ist gegeben.
  • Gute Schüler/innen profitieren mehr von den heterogenen Settings.
  • 60% aller Mittelschüler/innen wechseln danach in die BHS bzw. AHS-Oberstufe. 2/3 davon streben eine BHS-Matura an.

Ad: Differenzierung

Differenzierung hängt nicht so sehr von zeitlichen und räumlichen Ressourcen ab, sondern von Informationen über den aktuellen Lernstand der Schüler und Schülerinnen ab. Aber darüber weiß der/die Lerndesigner/in an Ihrer Schule mehr.

Ad: Leistung

Leistung zählt an jeder NMS (s. z.B.  NOESIS-Ergebnisse), wie hoffentlich an allen Schulen in Österreich – aber das ist nicht alles, das zählt. Nicht nur kognitive Herausforderung sondern auch die emotionale und soziale Aspekte gehören zu dem, was man heute „gute Schule“ nennt. Die E8-Ergebnisse (die einzigen Daten zur Leistungsentwicklung an NMSen, die uns zur Verfügung stehen) haben gezeigt, dass die Leistungsergebnisse an NMSen besser waren als an HSen, vor allem dadurch, dass herkunfts- und genderbedingten Benachteiligungen geringer geworden sind. Dass die AHS-Ergebnisse weitgehend mit den NMS-Ergebnissen überlappend waren, wurde leider nicht viel in den Medien besprochen. Leider ist es leichter über die NMS Kritik auszuüben.

Ad: Bildungsinvestition

Im Bereich der Bildungsökonomie ist Bildung sehr wohl eine Frage der Investition. Die berühmte Unternehmensberatungsfirma McKinsey & Company schaut seit mehreren Jahren auf diesen wirtschaftlichen Faktor. Sie beziffern die ökonomische Rendite mit 400%, d.h. für jeden Euro investiert in Bildung kommen 4 Euro an den Staat zurück; kaum eine andere Investition kann einen solchen Gewinn sichern. In einer aktuellen Studie hat McKinsey die Auswirkung der aktuellen Leistungslücke (achievement gap) durch mangelnde Chancengerechtigkeit in den USA mit dem ökonomischen Äquivalent einer dauerhaften Rezession verglichen: http://mckinseyonsociety.com/the-economic-impact-of-the-achievement-gap-in-americas-schools/. Ob das viel anders in Österreich ausschaut?

Herr Dir. Welser, wir hoffen sehr, dass es uns allen in der NMS-Landschaft gelingt, eine sachliche, förderliche Diskussion zu führen und laden Sie ein, sich daran zu beteiligen. Ihre Absicht ist sicher nicht, nach innen und außen die eigene Schule im faktisch falschen Licht zu stellen. Wir nehmen Ihren Eintrag vielmehr als Abladen von Frust wahr, und können das gut nachvollziehen - das Wohlwollen gegenüber NMS in den Medien ist selten zu spüren.

Mit freundlichen Grüßen

Tanja Westfall-Greiter

 

 

Nutzerbild Christoph Hofbauer
Re: 5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS
von Christoph Hofbauer - Mittwoch, 18. Februar 2015, 17:09
 

Lieber Wolfgang, 

na, da schau ich aber! Ein Eintrag aus dem Waldviertel - und dann gleich solch ein heftiger ... Ich nehm's vorab einmal positiv und freu mich was von dir zu lesen.

So, und jetzt Klartext: 

Julia Jäger ist die  immer geduldige & kompetente Mitarbeiterin der Virtuellen PH, die uns (=ZLS)  mit der technischen Seite des 5MF-Newsletters unterstützt. Bitte nicht sie anpatzen! Sie hat bloß gearbeitet ...

Der Text für dieses 5MF ist final von Tanja Westfall-Greiter und mir, wie du ganz sicher rechts oben gelesen hast. Und ja, wir sind beide Lehrerin bzw. Lehrer. 

Wir haben die Inhalte gründlich recherchiert, die Faktenlage geprüft und haben versucht, in unserem Ton und in unserer Argumentation einmal bewusst zu machen, welch gute, wichtige und für die Gesellschaft wertvolle Arbeit an den NMS geleistet wird. Ich glaub nämlich ganz und gar nicht, dass es irgendjemandem hilft, ein 5MF zu "Was alles nicht gelingt an einzelnen Standorten" herauszugeben. Aber vielleicht ist ja gar nicht dein Ansinnen ...

Spannend zu lesen in deinem Aufschrei, dass da in Bausch und Bogen alles, was anscheinend an deinem Standort Probleme bereitet, der NMS-Werdungzugeschrieben wird. Heißt das, der Anspruch nach mehr als nach scheinhomogenen Leistungsniveaus zu Differenzieren ist neu? Heißt das, der Anspruch der Inklusion - also einer Schule für alle Kinder zu gestalten - ist gesellschaftliche Überforderung?

Ich bitte dich weiters, "Schwachsinn" zu definieren. Wenn du damit meinst, wir sollen subjektive Meinungen (worin sie auch immer fußen mögen)  daten- und wissenschaftsbasierten Erkenntnissen von nationaler bzw. internationaler Dimension vorziehen ... dann werden wir auch weiterhin "Schwachsinn" schreiben. 

Und zu deinem Lachen nach 37 Dienst- und 16 Leiterjahren: Ich nehme an, als Leiter einer Generation-4-NMS hast du in den letzten Jahren das pädagogische Konzept und vor allem auch die dahinterliegende Bezugsliteratur gelesen und dich darin vertieft. Du hast daher auch gesehen, dass die gesamte westliche Bildungswelt an den gleichen Innovationen arbeitet - und mit einigem Erstaunen auf das kleine Österreich schaut und die Erfolge würdigt. Daher hast du auch mitbekommen, dass zB Prof. Hopmann in seiner Evaluation in NÖ (ja, es gibt Evaluationen dazu!! Siehe auch heutige Presse dazu.) den Ansatz, den Prozess und das Tempo würdigt. Und du hast auch sicher in den vielen Forumseinträgen die positiven Stimmen zur Entwicklung an den 1075 bisherigen NMS-Standorten gelesen.

Lieber Wolfgang, die NMS läuft sicher noch nicht rund, vieles gilt es zu verbessern, an vielen Ecken brauchen wir ein Nachjustieren der Rahmenbedingungen. Ich hätte selber sehr gut auf die 7teilige Notenskala verzichten können (die uns die ÖVP-Verhandlungsseite bei den damaligen Verhandlungen hineinreklamiert hat, um die AHS-Seite zu "schützen"). Und ich wünsche mir auch, dass Schüler/innen ein Recht auf TeamTeaching in allen zu differenzierenden Pflichtgegenständen haben. Und so weiter und so fort.

Und trotzdem: der Weg stimmt. Noch nie gab es so eine Aufbruchsstimmung, noch nie so eine hohe Bereitschaft auf allen Positionen im Bildungssystem, einen Transformationsprozess mitzugestalten. 

Ich freu mich, mit dir in einen Diskurs IM LÖSUNGSRAUM einzusteigen!

Packen wir's gemeinsam an!

Liebe Grüße

Christoph 

Nutzerbild Christian Leitner
Re: 5 MINUTEN FÜR GRUNDSÄTZLICHES ZUR NMS
von Christian Leitner - Donnerstag, 19. Februar 2015, 18:10
 

Sehr geehrter Herr Kollege Welser,

seit nunmehr 1996 bin ich auch Schulleiter, so wie Sie an einer Schwerpunktschule (Musik, nicht Sport), seit 2010/11 NMS (G3).

Zu Ihren gestrigen Äußerungen fällt mir schon was ein; und ich betone gleich vorweg, dass ich mich um größtmögliche Sachlichkeit und Korrektheit bemühen werde, obwohl mir das ob Ihres gars-tigen und respektlosen Grundtenors Frau Jäger gegenüber, die ich genau so wenig kenne wie Sie, nicht leicht fallen wird.

  • Sie sind doch Direktor einer 12-klassigen Schule, wie ich Ihrer Homepage entnehme – so wie ich. Da stellt sich für mich natürlich schon die Frage, wie oft denn Sie (ohne eine einzige Stunde Supplierverpflichtung) in einer Klasse stehen? Vielleicht nehmen Sie für sich ja in Anspruch sehr wohl mitzubekommen, was sich in Ihren Klassen abspielt, auch wenn Sie nicht regelmäßig als Lehrer unterrichten? Gut – aber dann müssen Sie das auch Kollegin Jäger zugestehen, zumal Sie ja nicht wissen, wie und womit sie ihr Geld verdient. Abgesehen davon vermute ich ganz stark, dass Kollegin Jäger in den letzten 16 Jahren wohl mehr als Sie unterrichtend in einer Klasse unterwegs gewesen ist.
  • Woher beziehen Sie bitteschön die Erkenntnis, dass „die Nivellierung eindeutig nach unten geht, da die Schüler in dieser Vielfalt nicht zu unterrichten sind…“? Das letzte Beispiel, wo das getestet worden ist, war die BIST-E-8-Überprüfung, da haben die Leistungsgruppen-Hauptschulen und die G1- und G2- Neuen-Mittelschulen österreichweit gleich gut abgeschnitten (480:478). Wenn man weiß, dass die NMSen G1 + G2 überwiegend ehemalige Hauptschulen aus städtischen Bereichen mit einem ganz speziellen SchülerInnen-Potential sind, finde ich das ein tolles Ergebnis. Dass die Medien und einige „Bildungsexperten“ das unzulässigerweise ganz anders interpretiert hatten, ist ein anderes Thema. Ein eher schlüssiger Vergleich kann aber wohl erst gezogen werden, wenn einige Jahre vergangen sind und alle Schulen in der NMS angekommen sind. Nur eins ist wohl jetzt schon klar: Die Gymnasien  werden bei jeder Testung immer besser abschneiden als die Pflichtschulen. Wen bitte wundert das?? Antworten auf die Frage: „Welchen Lernzuwachs über 4 Jahre verzeichnen denn die SchülerInnen in der AHS-Unterstufe im Vergleich zu den SchülerInnen in den Pflichtschulen – gemessen von ihrer Ausgangslage!?“ wären z.B. einmal sehr interessant!! Aber die Auswertung dieser Frage wird die AHS-Lehrergewerkschaft wahrscheinlich verhindern.
  • Wie soll das denn anders als mit Differenzierung funktionieren? In wie vielen europäischen Ländern wird die gemeinsame Schule der 6- bis 14/15-Jährigen seit Jahren und Jahrzehnten erfolgreich und erfolgreicher als in Österreich praktiziert? Unser ohnehin bald der Vergangenheit angehörendes Schubladisierungs- und Leistungsgruppensystem ist vor allem ungerecht, und es muss aus unseren Köpfen verschwinden! Warum ungerecht? Wir haben an unserer Schule mehrere Jahre hintereinander durch IKM-Tests festgestellt, dass besonders in den 1. Leistungsgruppen Schülerinnen und Schüler sitzen, die eigentlich in eine 2. oder gar 3. Leistungsgruppe gehören würden. Da das aber in aller Regel „brave“ Schüler mit einer guten Mitarbeit sind und das Frühwarnsystem mit Fördermaßnahmen auch entsprechend greift, gehen sich Abstufungen kaum aus. Dass die Umstellung auf heterogene Klassen in D, E und M Zeit braucht, ein Umdenken erfordert, neue Kompetenzen unserer Lehrerinnen und Lehrer erforderlich macht und zugegebenermaßen ganz schön schwierig ist, liegt da für mich auf der Hand. Aber es ist und muss natürlich möglich sein!
  • Ich gebe Ihnen recht – das abrupte und viel zu frühe Ende des Schulversuchs NMS aufgrund des parteipolitischen Kuhhandels zwischen SPÖ und ÖVP nach dem Motto „Die HSen werden flächendeckend NMSen (ob sie wollen oder nicht!), und dafür bleibt die AHS-Langform weiter bestehen“ hat zur Entwicklung des NMS-Konzepts kaum Positives beigetragen. Die Motivation der zwangsverpflichteten Schulen und LehrerInnen-Kollegien ist sehr überschaubar, die ursprünglich geplante Evaluation in weiter Ferne. Nur die Vorarlberger – ohnehin Vorreiter bei der NMS – machen sich darüber Gedanken und schauen da genauer hin. Ebenfalls hauruck ruckzuck die NMS-Schulgesetze! Der Einsatz der BundeslehrerInnen beispielsweise oder die noch immer nicht erfolgte Aufwertung und Entlohnung für die LerndesignerInnen sind alles andere als zufriedenstellend geregelt. Was ich aber nicht verstehe – dass den Eltern an Ihrer Schule die neue Notenskala, die wir auch nicht gerade toll finden, angeblich nicht erklärt werden kann. Das machen wir doch seit Jahren (wir sind G3) im Rahmen eines Eltern-Infoabends. Und wenn sie es nicht gleich verstanden haben, fragen sie noch einmal nach. Schwer vorstellbar, dass das bei Ihnen anders ist.
  • Der große Knackpunkt in Ihren Äußerungen sind aber die abwertenden und in dieser Form für mich nicht nachvollziehbaren Abqualifizierungen des pädagogischen Konzepts der NMS!Als G4-Schule müssen Sie doch gewusst haben, worauf Sie sich da einlassen, das war damals ja noch Schulversuch. Wer hat Sie denn da um alles in  der Welt zum Mitmachen gezwungen?! Oder aber Sie haben es eben nicht gewusst – das wäre aber schon sehr peinlich…Darüber hinaus tut mir jetzt aber auch wirklich leid, dass sich Ihre Schule, seit sie NMS geworden ist, zu einer Kuschelschule ohne Leistungsansprüche entwickelt hat; Sie Armer! Bei uns in Henndorf ist das gottlob nach wie vor ganz anders. Bei uns wird in der NMS sehr viel verlangt, und die Eltern wollen das auch so. Keine Rede von Streicheleinheiten und null Leistung. Leider ist es bei uns aufgrund der großen Nachfrage nach Plätzen in den Musikklassen sehr schwer, einen solchen zu ergattern (60-70 Bewerbungen für 25 Plätze). Nichtsdestotrotz wollen Eltern aus Umlandgemeinden ihre Kinder bei uns in die Regelklassen schicken, obwohl das aufgrund der diskriminierenden Schulsprengelregelungen fast nicht möglich ist (Gymnasium = kein Schulerhaltungsbeitrag; HS/NMS = Schulerhaltungsbeitrag; daher diskriminierend!). Für mich ganz klar, warum das so ist:

          Sie (die Eltern) wissen nämlich, dass wir unser Bestes geben.

          Sie wissen auch, dass wir als Schubladen-Schule mit Leistungsgruppen schon gut waren, und wir werden als Neue Mittelschule eine sehr   gute, wahrscheinlich eine sehr viel bessere Schule sein.

          Sie wissen natürlich, dass wir alle unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Herausforderungen der Zeit nach unserer Schule – Lehre, Beruf, Schule – vorbereiten.  

          Ist das bei Ihnen anders?? Ich kann es mir nicht vorstellen…

  • Zum Schluss noch ein Hinweis und Denkanstoß: Wenn ich an Ihrer Schule Lehrer wäre, würde ich mich an Ihrer NMS mit ziemlicher Sicherheit auch nicht wohl fühlen. Warum? Weil Ihre destruktive und demotivierende Haltung der NMS gegenüber spürbar ist. Warum soll ich mich denn als Lehrer um etwas bemühen, das a) mühsam umzusetzen ist; für das ich b) fachliche und moralische Unterstützung brauche; und das c) unser hochverehrter Herr Direktor sowieso auf eine derartige Weise generell ablehnt? Wie soll dennn das gutgehen?

 

Beste Grüße aus Henndorf

 

Christian Leitner

Schulleiter

Musik-Mittelschule Henndorf